Dienstag, 24. November 2009

Dienstag abend, die Nägel sind rot, die Frisur hält nicht

Heute ist Dienstag. Ich sitze in meinem Zimmer und habe ausnahmsweise grad mal nicht viel zu tun. Der Geruch von Nagellack - und Entferner schwebt leise und kopfschmerzbedrohlich in meinem Zimmer. Meine Nägel sind rot.
Ich habe heute einen grünen Pullover angehabt. Ich mag dieses satte Grün. Ich habe ihn mir gekauft mit dem Gedanken an rote Haare. Nicht Feuerwehrrot, sondern satter, dunkler, Granatapfelrot. Das sieht bestimmt schön aus. Aber noch kann ich nicht Haare färben. Deswegen haben jetzt erst mal die Nägel eine kleine Schicht roten Lack abbekommen.
Schaut zwar stümperhaft aus, aber was soll's ... ich brauch Farbe.

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Diesen Samstag fahre ich nach Beelitz, um dort zu shooten. Es ist das erste Mal, dass ich so ein großes Projekt habe. Wir sind eine recht große Gruppe, mit mehreren Models und 2 Fotografen. Ich hab Angst, dass meine Akkus alle sind oder meine Speicherkarte nicht ausreicht. Aber naja, das sind Risiken, die ich nicht verhindern kann - bzw. Ersatzakkus werde ich mitnehmen, aber wenn die Speicherkarte voll ist, ist sie leider voll ... ich hab kein Geld mir eine neue SD-Card zu kaufen :/
Ich hoffe auch, ich kann überhaupt was Gescheites da fabrizieren ... ich hab Angst, dass ich so beeindruckt von der Location bin, dass ich nicht in die Gänge komme :/ (oder so durchgefroren XD)
Aber naja, es ist wahrscheinlich das letzte Shooting für dieses Kalenderjahr (außer Iv und ich kommen noch mal auf einen Termin *hihi)
Ich hoffe nur, ich frier mir da nicht den Arsch ab ... :/

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Ich quäle mich momentan so halb, so halb tu ich es aber auch gerne, durch deutsche Gegenwartsliteratur (für ein Seminar in der Uni bei einer Dozentin, die ich sehr gut leiden kann) durch. Viele deutsche Autoren haben meiner Meinung nach das Schreiben verlernt oder sie reiten auf einem für mich nervigen und groteken Trend mit: Der Kurzsatz. Gibt es etwas Nervigeres, als wenn ein gesamtes Buch zusammengestückelt mit Sätzen daherkommt, die kaum die Betitelung "Satz" verdienen - mit lediglich einem Subjekt und einem Prädikat?! Das ist für mich wahrlich grausame Verstümmelung meiner Muttersprache.
Dabei ist das gar nicht nötig!
Das Deutsche ist eine so vielfältige Sprache, so bunt wie man sich traut, sie zu zeichnen... Aber entweder wollen alle nicht ihre Buntstifte nutzen oder sie haben sie verloren. Aber diese krassen Gegenteile, diese kalten Sätze, dieses runtergebrochene, nicht fließende Etwas, was sich Text schimpfen möchte - nein, das ist für mich Vergewaltigung.
Aber. Es gibt immer ein paar Hoffnungsträger. Ein paar, die sich zumindest, wenn nicht völlig, dann wenigstens doch etwas vom Abhack-Kurzsatz-Stil abseilen und leise anklingende schöne Sätze hervorbringen. Mit ADJEKTIVEN. Mit KOMMATA. Mit ERKLÄRUNGEN und BESCHREIBUNGEN. Sätze, bei denen sich in meinem Inneren Auge ein Bild malt wie mit Tusche. Schatten, Hell und Dunkel, Formen, Farben, Gerüche und Gefühle - eine Welt zum Anfassen.
Warum aber nur so selten? Was ist daran so schlecht?
Wahrscheinlich ist es zu einfach verständlich, zu simpel nachvollziehbar, zu wenig literarisch anspruchsvoll... Aber wenn daran der Wert eines Werkes gemessen wird, dann schäm ich mich kein Stück mich zu angeblich minderwertiger Literatur hingezogen zu fühlen ...
Arme Literatur, arme deutsche Sprache ... aber Danke an die wenigen Autoren, die sich gegen diese Kälte wehren.

Aber es gibt ja auch, was mir gerade noch in den Sinn kommt, das komplete Gegenteil von den Kurzsätzigen: Die Schwafeler. Autoren, die sich selbst in einem Gerüst aus möglichst unverständlich, abstrakten, verzweigten Formulierungen verfangen und wahrscheinlich selbt nicht mehr wissen, was sie eigentlich ausdrücken wollten. Sie sind genauso behindernd und negativ in meinen Augen zu beurteilen, da ich an unverständlicher Literatur nihts wertvolles finden kann. Natürlich - gute Literatur sollte zum Nachdenken anregen - aber doch nicht zum Rätsel raten.

Eigentlich wäre vllt. ein Kind eines Schwafelers mit einem Kurzsätzigen ganz interessant - aber vielleicht würde es auch stottern, weil es mit den beiden Eltern einfach nirgends einen anständigen deutschen Satz zu hören bekommen würde.

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Iv hat mich getaggt.

1. Nimm das nächste Buch in der Nähe mit min. 123 Seiten.
In der Nähe meines Schreibtisches steht leider nur der Schrank mit meinem Uni-Zeug.
Daraus entgegen fiel mir gerade: "Das Neue Handbuch des Journalismus" von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue.

2. Schlage Seite 123 auf.
Hab ich sogar beim ersten Aufblättern sofort gehabt. XD

3. Suche den 5. Satz auf der Seite.
"Schreiben Sie schnell, damit wir recht viel davon noch in die Postauflage bekommen!..."

4. Poste die nächsten drei Sätze.
Anderthalb Spalten - das waren hundertfünfzig Zeilen! Ich hatte nicht mal eine. Oder dch, eine hatte ich: Den Titel "Brand der Schittkauer Mühlen".

5. Tagge drei weitere Blogger.
Lesesüchtig, jAzzebell, xxx
(ich mag taggen ncith so sehr ^^; wer nicht antworten mag, braucht nicht :* )

~*~

In diesem Sinne: Wunderschönen Abend noch.
;)

Kommentare:

  1. ich wurde mit dem gleichen Tag getagged ( gibt es dafür ein Deutsches Wort ? und habs auch brav geposted :-) Mit Deiner Meinung über deutsche Autoren hast Du recht, leider ist das auch manchmal bei übersetzten Bücher der Fall, das immer mal wieder aus einem schönen Satz ein ganz ganz kurzer gemacht wurde.Und dann noch ein Kurzer ...und noch einer...grauenvoll. So reden wir doch auch nicht,oder ? Es gibt so viele schöne Begriffe und Wört ,wie Du es eben schon beschrieben hast , also warum drauf verzichten ?
    Viel Spass beim Shooten und zieh Dich warm an, so das Du nicht frierst.

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